02-08-2021

Dass der Pflegemangel schon seit Jahren Realität ist, wurde mit ebenso großem Eifer totgeschwiegen, wie er jetzt medial als Lückenbüßer für das Sommerloch herhält.

Die Situation ist aber gerade jetzt im Sommer, wo viele Kolleg*innen mit schulpflichtigen Kindern ihren Sommerurlaub nehmen „müssen“, weil man sonst als Familie nur wenige Möglichkeiten hat zu verreisen, prekär.

Die Verschärfung ergibt sich aus den „aufgestauten“ Urlauben aus dem Vorjahr und dem zunehmenden Trend dem Krankenhaus als Arbeitgeber der Rücken zu kehren.

Wie innovativ die Bundes-Gesundheitspolitik angestachelt von den Ländern mit den Mitarbeiter*innen im Spital umgeht, ist im BGBl I 168/2021 nachzulesen. Da werden die Höchstgrenzen im KA-AZG einfach weitergeschrieben. Nebstbei sind durch die Pandemiegesetze weiterhin weite Teile des KA-AZG ausgesetzt.

Soviel zur Attraktivität von Landesspitälern.

Warum aber jetzt erst der GÖD-Vorsitzende Gesundheitsgewerkschaft Steiermark Tripolt jetzt als Trittbrettfahrer aufspringt, ist bestenfalls nur dem Unmut der Belegschaft zuzuschreiben.

Bewirkt hat er bisher wenig. Und beim KA-AZG geschwiegen! Weil es vom ÖAAB verordnet wurde?

Und wenn ausgeruhte Mitarbeiter*innen ein Beitrag zur Patientensicherheit sind, stellt sich die Frage wie es denen ergeht, die den Rest schultern müssen.

Bettensperren sind das letzte Instrument die Situation zu managen, die am Abgrund steht.

Wenn dann die Patienten gefährdet werden, ist der „Spaß“ zu Ende. Dass die Charite in Berlin seit Jahren immer wieder bestreikt wird, kann man hier nachlesen: https://www.bz-berlin.de/berlin/zwei-tage-warnstreik-an-den-oeffentlichen-kliniken-in-berlin.

Die Folge war 2015, dass Intensivpatienten einfach nicht aufgenommen wurden. Will man das bei uns?

Also: entweder wird die GÖD, auch in der Steiermark, endlich aktiv, oder es kracht.

Aber nicht wegen Streiks, sondern weil das Personal geht.

Und auch das ist Ihr Job das zu verhindern, Kollege Tripolt!